Donnerstag, 19. Mai 2022

Wir feierten den 115. Geburtstag

Unsere Ruth Werner wurde vor 115 Jahren geboren, ihr Jugendbuch „Ein ungewöhnliches Mädchen“ und die Autobiographie „Sonjas Rapport“ erblickten das Licht der Welt vor 65 bzw 45 Jahren. Wenn das kein Grund zum Rückblick ist!

Auf Anregung des Vereins wurde die Hinweistafel des Ortsrates am Weg zum Carwitzer Bohnenwerder von 2008, dort, wo sie ihren Sommerbugalow hatte, um eine Ehrentafel ergänzt, am Vortag zum Geburtstag eingeweiht. Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde und ein Ortsratsmitglied von Feldberg nahmen teil. Es erklang ein Lieblingslied der Geehrten auf CD und zwar eine von Pete Seeger 1963 vorgetragene und zum Mitsingen auffordernde Kampfhymne im Ringen um eine Welt des Friedens und ohne Diskriminierung der Rassen: “We shall overcome“. Heute hochaktuell. Frisch gepflanzte Blumen unterstrichen die Würdigung, und ein Glas Sekt durfte nicht fehlen.

Für den Geburtstag selbst wurde im Scheunenladen eine Kaffeetafel festlich mit Blumen und selbst gebackenem Kuchen gedeckt. Ein kopiertes handschriftliches Rezept Ruth Werners für einen „Applepie“ konnte als Anregung mitgenommen werden. Musik aus den 20er-/30er-Jahren unterstrich die Rückbesinnung auf die Jugendzeit der Jubilarin, eingeleitet durch „Wenn die Sonja russisch tanzt“ und Erinnerung an die verschiedenen Themen der Geburtstagsfeierstunden seit 2007. Eine Darstellung der Persönlichkeit Ruth Werners aus Feder und Mund ihres jüngsten Sohnes war Anlass zu Gesprächen. An diesem Tag wurde Peter Beurton die Ehrenmitgliedskarte des Vereins überreicht.

Die Ausstellung wurde wieder eröffnet. Auch wenn beide Veranstaltungeni mit geringerer Beteiligung als vorgesehen stattfanden, waren sie doch eine ansprechende Ehrung der Kundschafterin und Schriftstellerin und für den Verein Aufgabenstellung zugleich.

Ingrid Becker

Freitag, 22. April 2022

Die Jahresversammlung 2022 fand statt

Dieses Mal konnte die Jahresversammlung des Ruth-Werner-Vereins planmäßig stattfinden. Bei der Begrüßung wurde ein neues Mitglied vorgestellt. Der Rechenschaftsbericht knüpfte an die Ausführungen, vom Vorjahr an.

Nun ging es um das Zusammenwirken mit Vereinen und Institutionen, das coronabedingt eingeschränkt war. Als Aktionen wurden die Inventur der Bestände, Forschungsergebnisse, die Ehrentafel für Ruth Werner sowie die Mitgliederbetreuung gewürdigt.

Breiten Raum nahmen Gedanken zur Digitalisierung ein.

Die exakte Kassenführung wurde hervorgehoben.

Die Berichte wurden gebilligt. Der amtierende Vorstand wurde entlastet.

Die laut Samsung vorgesehene Neuwahl war eine Bestätigung für die bisherige Leitung: Vorsitzende ist Ingrid Becker, ihre Stellvertreterin ist Gerlinde Hopp, Schatzmeisterin bleibt Kerstin Heinrich. Als Kassenprüfer fungieren Hans Blassmann und Sabine Ahrend.

Die Planung der Arbeit sieht zwei Ebenen vor

1. Die Ausstellung im Scheunenladen wird wieder eröffnet, vorerst aber nur von Donnerstag bis Sonntag betreut.

Zu Veranstaltungen wird eingeladen:

Sonnabend, 14.05., 15:00 Uhr:
Einweihung der Ehrentafel zum 115. Geburtstag für Ruth Werner am Carwitzer Weg zum Bohnenwerder.

Sonntag, 15.05., 14:00 Uhr:
Geburtstagskaffee im Scheunenladen.

Sonnabend, 25.6., 14:30 Uhr:
Bericht von Bärbel Schindler-Saefkow über ihren Vater

Sonnabend, 09.07., 14:00 Uhr:
Buchvorstellung von Hartmut König – „Warten wir die Zukunft ab“

Donnerstag, 21.07., 10:00 Uhr:
Gedenken am 100. Geburtstag von Gabriele Meyer-Dennewitz auf dem Friedhof in Carwitz

Sonnabend, 01.10. 14:00 Uhr:
Saisonabschluß mit Zwischenbericht zur Digitalisierung


2. Auf dieser Ebene wird eine Arbeitsgruppe Schritte für die Digitalisierung der wertvollen Bestände gehen. Dafür hat die Zone Einz bereits Unterstützung nicht nur zugesagt, sie war auch beratend wirksam.

Zum Abschluss der Tagung wurde Stellung genommen zu aktuellem Geschehen, was in der Resolution zum Ausdruck kommt.



Resolution zu aktuellem Geschehen

Wir verurteilen den Krieg in der Ukraine scharf.
Wir unterstützen die Solidarität mit der Zivilbevölkerung der Ukraine.
Wir stehen an der Seite der Bürger Russlands
und der Ukraine, die sich für sofortige Einstellung aller Kriegshandlungen einsetzen.
Wir stellen uns gegen die Diskriminierung russischer Kulturschaffender und russisch-stämmiger Mitbürger.
Wir fordern Abrüstung statt Aufrüstung und lehnen die 100 Milliarden € für die Bundeswehr strikt ab.
Wir verlangen respektvolle Verhandlungen und auch Kompromisse beider Seiten auf der Suche nach Wegen zum Frieden.
Wir wissen, es geht um die Zukunft aller Menschen unserer Erde im Miteinander, nicht Gegeneinander, also um friedliche Koexistenz zwischen allen Staaten.
Wir sind uns jedoch bewusst, dass gerechter und dauerhafter Frieden einer demokratisch-sozialistischen Basis bedarf.
Wir treten dafür ein und sehen uns auch damit als Sachwalter unserer Ruth Werner.

Teilnehmer der Jahrestagung 2022
des Ruth-Werner-Vereins 


Montag, 18. Oktober 2021

Ruth-Werner lässt grüßen

Die Jahresversammlung des Vereins für 2020 / 2021 fand mit guter Beteiligung statt.
Eingeleitet wurde sie mit einem Gedenken an aktive Mitglieder und Freunde, die nun leider nicht mehr mitwirken können: die Gründungsmitglieder Willi Schmidt und Erika Seiffert, beide mit der Feldberger Rathausmedaille geehrt, Anneliese Schröder, seit 2013 rührige Vereinsvorsitzende aber auch Maik Hamburger, als ältester Sohn Ruth Werners treuer Begleiter für den Verein, und der Schriftsteller Eberhard Panitz, alter Freund Ruth Werners und Verfasser des Buches „Geheimtreff Banbury“ .
In ihrem Sinne weiterzuwirken ist Anliegen aller Teilnehmer.
Die Berichterstattung dann über die Vereinstätigkeit, die trotz Corona – Einschränkungen auf vielfältige Aktivitäten verwies, wurde nach reger Aussprache bestätigt. Alle Termine in der Ausstellung zu Leben und Wirken Ruth Werners wurden durch zuverlässige Ehrenamtler gesichert.
Lesungen und Gespräche mit unterschiedlicher Thematik fanden statt; so zu den „Ostfrauen“ und „Ostmännern“, zu Buchillustrationen, zum „Gulag“, zur Ermittlungstätigkeit eines Kriminalisten, aber auch zur Lebensweise im Carwitz der 50er Jahre. Gewürdigt wurde ebenfalls die Forschungsarbeit eines Mitglieds, wodurch viele Beziehungen zur Kundschafterin und Schriftstellerin aufgedeckt wurden..
Der Finanzbericht wurde akzeptiert.
Die Anzahl der Besucher war zwar nicht so groß wie vor der Pandemie, jedoch kamen Interessenten aus der gesamten BRD, aber auch aus Österreich und England.
Das Gästebuch widerspiegelt die Anerkennung der Leistungen des Vereins und den Dank für alle Mitwirkenden.
Die Leitungsstruktur laut Satzung bleibt bestehen, Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende amtieren, die Neuwahl des Vorstandes ist für April 2022 vorgesehen.
Die Öffentlichkeitsarbeit soll intensiviert werden unter stärkerer Nutzung des Internets. Die Schätze des Vereins sollen vielen Menschen helfen ihren eigenen Lebenssinn zu bestärken, der Zugang soll besonders jungen Menschen ermöglicht werden.
Vorstellungen zur Gestaltung des 115. Geburtstags von Ruth Werner wurden diskutiert.
Besonderer Dank galt Peter Beurton, der als Zeitzeuge die Vereinsarbeit nachhaltig und unermüdlich unterstützt.
Da im vergangenen Jahr der 10. Jahrestag der Vereinsgründung nicht festlich gewürdigt werden konnte, endete die Versammlung mit gemeinsamem Mittagessen.

Ingrid Becker

Montag, 4. Oktober 2021

Zum Gedenken


Ein lieber Freund und Genosse lebt nicht mehr.
Am 1.Oktober hat uns, kurz vor seinem 90. Geburtstag,

Eberhard Panitz

für immer verlassen. Das macht uns traurig.
Aber wir danken ihm für sein Lebenswerk, sein Einstehen für humanistische Werte, den Sozialismus und den Kampf dafür.
So ist auch seine tiefe Verbundenheit mit Weg und Ziel der Namensgeberin unseres Vereins überzeugend in der Tat, besonders in der schriftstellerischen Umsetzung.
Seiner Familie gilt unser Mitgefühl und der Wunsch für Kraft und Mut zum Weiterleben in seinem Sinne. Ein letzter Gruß schließt unser fortwirkendes Gedenken an ihn ein.
Vorstand, Mitglieder und Mitstreiter des Ruth-Werner-Vereins e.V.

Carwitz, im Oktober 2021

Donnerstag, 23. September 2021

Zum Gedenken



Wir sind betroffen und sehr traurig über den Verlust unserer langjährigen Vorsitzenden Anneliese Schröder.

Sie starb am 16. September 2021, für uns alle noch nicht fassbar.

Sie hinterlässt eine große Lücke in unserer Gemeinschaft. Den Zielen des Vereins, vor allem für Frieden und Humanität einzutreten, verlieh Anni durch ihr unermüdliches Wirken Ausdruck. Ihr Vermächtnis heißt für uns, die Arbeit verantwortungsbewusst fortzusetzen. Wir danken ihr herzlich für ihren selbstlosen ehrenamtlichen Einsatz.

Wir fühlen mit ihren Angehörigen den Schmerz und besonders mit ihrer Tochter Marie-Luise, die ebenfalls Mitglied unseres Vereins ist.


Vorstand, Mitglieder und Mitstreiter des Ruth-Werner-Vereins e.V.

Carwitz, im September 2021


Freitag, 20. August 2021

"Der Sonderermittler: Als Kriminalist in Diensten des MfS" – Lesung und Gespräch

Es war wieder ein anregender Nachmittag im Scheunenladen mit Ellen Händler und Uta Mitsching-Viertel, beide promovierte Soziologinnen bzw. Politologinnen, selbst durch die DDR geprägt. Sie hatten bereits mit ihrem Frauenbuch 70 Lesungen in 10 Bundesländern und stellten nun ihr spannendes Männerbuch vor:

„ProblemZONE Ostmann? Lebenserfahrungen in zwei Systemen,“ zu dem Mathias Platzeck das Vorwort schrieb. Männer aus verschiedenen Berufen und Gesellschaftsschichten wurden interviewt, wodurch ein nachhaltiger Einfluß des Ostmannes auf die Entwicklung der Bundesrepublik nachgewiesen wurde, nicht ohne Humor und kritische Haltung.

Ihnen geht es nicht nur um das Überleben, sie haben ihr eigenes Leben gestaltet und hatten einen Erfahrungsvorsprung durch die Kenntnis von zwei Systemen. Für uns war besonders interessant, dass ein Mitbegründer unseres Vereins auch seinen Lebenslauf öffentlich machte, und wir haben Zeitgeschichte lebendig erlebt.

Herzlichen Dank sagen wir allen Beteiligten für die Offenheit der Atmosphäre, und wir wünschen auch diesem Buch viele Leser als Anregung zum Nachdenken über die eigene Entwicklung.

Der Ruth-Werner-Verein e. V. lädt nun zu einer Lesung ein, bei der es um Kriminalistik geht – Hans Becker stellt sein Buch "Der Sonderermittler: Als Kriminalist in Diensten des MfS" am Sonnabend, dem 28. August, um 14,00 Uhr im Carwitzer Scheunenladen vor und ist zum Gespräch bereit.