Samstag, 5. Oktober 2019

Die Veranstaltung des Vereins zum Saisonausklang

... war sehr gut besucht und wurde vielfach gelobt.
Zum traditionellen Herbst-Thema „Frauen im antifaschistischen Widerstand“ wurde Einblick gewährt in das aufopferungsvolle Wirken verschiedener Frauen. Sie setzten ihr Leben während des Spanienkrieges 1936 gegen den spanischen und deutschen Faschismus ein. Dazu wurden Auszüge aus Victor Grossmanns Buch „Madrid, du Wunderbare“ mit zu Herzen gehenden Belegen ausgewählt und mit Leidenschaft vorgetragen. Eingeleitet wurde dieser erste Teil wie auch der 2. durch eindrucksvollen schönen Gesang eines jungen Mannes mit Gitarrenbegleitung, der viel Applaus erlangte. Der 2. Teil galt der kommunistischen weltbekannten Sängerin jiddischer Lieder Lin Jaldati, die in Holland im Untergrund gegen die faschistischen deutschen Eroberer auf unterschiedliche Weise kämpfte. Darüber wird in der Doppelautobiographie mit dem Titel „Sag nie, Du gehst den letzten Weg“ schlicht, beeindruckend authentisch und berührend berichtet. Von einer CD erklang ihre Stimme.
Mit selbstgebackenem leckeren Kuchen und Kaffee klang der Nachmittag bei der Erzählung persönlicher Erlebnisse Peter Beurtons über Ruth Werners Beziehungen zu Viktor Grossmann und Lin Jaldadi aus.
Damit ist das Jahresprogramm des Vereins erfüllt.
Der Scheunenladen wurde von einigen Mitgliedern ausgeräumt, die Exponate wurden – wie alljährlich – eingelagert.
Die Vereinsvorsitzende Anni Schröder lud alle Ausstellungsbetreuer und Mitgestalter zu einer Dankeveranstaltung ein. Dabei wird erste Bilanz gezogen als Vorbereitung für das 10. Jahr des Bestehens des Vereins.
Bericht: Ingrid Becker
Aufnahmen: Hans Blasmann

Dienstag, 13. August 2019

Nachlese "Mauerfall und Troika"

Zu der brisanten Thematik „Mauerfall und Troika“ waren nicht so viele Besucher erschienen wie erwartet, aber sehr interessierte. Auch Peter Beurton kam und brachte den der Familie eng verbundenen Autor John Green mit, von dem in unserer Ausstellung sein Buch „A political family“ ausliegt.

Marcus Wolfs Darstellung der unterschiedlichsten, z. T. gegensätzlichen Lebenswege der drei Jungen berührte und erstaunte, da trotz gleicher Erfahrungen in der Jugend in Moskau die Entwicklung der Beziehungen enorm widersprüchlich verlief, aber die Freundschaft erhalten blieb. Und wie dieses Buch, das ja eigentlich ein Film Konrad Wolfs werden sollte, gedanklich den Mauerfall durch seine offene kritische Zeichnung der gesellschaftlichen Verhältnisse nicht nur in der DDR mit vorbereitete, wurde deutlich. Es gab kontroverse Diskussionen zu Gesellschaftsanalysen, Standpunkten, Erziehungsaufgaben, persönlicher Betroffenheit, die aus Zeitgründen leider abgebrochen wurde. Aber hoffentlich wird sie nachklingen und Geschichtsverständnis vertiefen sowie Gedanken über die Zukunft des Zusammenlebens der Menschen befördern sollte.



Vorschau
Die in dieser Saison letzte Veranstaltung im Scheunenladen findet am Sonnabend, dem 28. September, wieder um 14:00 Uhr statt. Es geht als Fortsetzung vom Vorjahr um die Würdigung antifaschistischer Widerstandskämpferinnen.

Montag, 29. Juli 2019

Liebe Vereinsmitglieder,
Wir wollen am Dienstag, dem 20. August 2019, eine Exkursion nach Berlin unternehmen. Wir nutzen die gebotene Gelegenheit, im Bundesarchiv Einsicht zu nehmen in den Nachlass von Ruth Werner und werden von der Archivarin Jana Pautsch eine sachkundige Führung erhalten. Von Fürstenberg können wir preisgünstig um 9:11 Uhr mit dem Brandenburg-Ticket nach Lichterfelde Ost und dann mit Umsteigen direkt ins Bundesarchiv gelangen.
Für unseren Aufenthalt (einschließlich Kantinenbesuch) sind bis zu 3 Std. vorgesehen, so dass wir am Nachmittag zurückfahren können. Interessenten melden sich bitte bis zum 10. August bei Anni:
Handy: +49 171 3502980

Sonntag, 28. Juli 2019

Zur Erinnerung

Nach 30 Jahren

Am Sonnabend, dem 10. August, wird im Carwitzer Scheunenladen um 14:00 Uhr zum Thema gelesen und diskutiert:
„Der Mauerfall und die Troika“
Im Mittelpunkt steht das Buch von Marcus Wolf „Die Troika“, das 1989 im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar erschien, 1990 schon in 5. Auflage im Claassen-Verlag in Düsseldorf.
Geschildert wird von 3 Jungen die Kindheit in Moskau, das Wiedersehen in Berlin, das Treffen in New York. Und es geht um den nichtgedrehten Film von Konrad Wolf.
Es sind berührende Zeitdokumente, die zur Auseinandersetzung herausfordern.
Der Ruth-Werner-Verein lädt dazu herzlich ein.

Sonntag, 30. Juni 2019

Der Carwitzer Scheunenladen hat geöffnet

Im Juni hatten wir anläßlich des Geburtstages von Hermann Kant zu einer Lesung und Gesprächsrunde eingeladen. „Ein strenges Spiel“, sein letztes Werk, regte zu Meinungen über Krankheit und den Umgang mit widrigen Umständen beim Altwerden an und zur literarischen Umsetzung bei Kant.

Bei der Würdigung der Schriftstellerpersönlichkeit, der unser Verein verbunden war und ist, wurde noch einmal mit Unverständnis und Empörung darauf verwiesen, dass die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich dem Bürger von Neustrelitz den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt verwehrt hat. Es wurde die Hoffnung geäußert, dass das neugewählte Gremium eine fällige Ehrung bald nachholt.


Ein besonderer Besucher war am 27. Juni Mr. Ben Macintyre aus London, der über die Ausstellung sehr erfreut war. Dieser Reporter der Times, der bereits 13 Bücher über bedeutende Persönlichkeiten veröffentlichte und damit auf den Bestsellerlisten stand, schreibt an einer Biografie von Ruth Werner. Er verfügt über seine Recherchen über einige Materialien, die bisher nicht bekannt waren. Das Buch soll 2020 erscheinen, wie er auch im Gästebuch der Ausstellung vermerkte. In zwanglosem Abendgespräch – Peter Beurton übersetzte - gab er bereitwillig Auskünfte über seine Arbeit und verurteilte den Brexit. Wir sind gespannt auf das Buch.


Am 7. Juli jährt sich der Todestag Ruth Werners zum 19. Mal. Es ist der 9. Gründungstag unseres Vereins. Zu 14:00 Uhr am Sonntag laden wir herzlich zu einer Lesung und Aussprache über das letzte in der DDR veröffentlichte Buch der Autorin: „Kurgespräche“. (1988) Es ist ein Stück Zeitgeschichte, regt aber auch heute noch zum Nachdenken an.

Gleichzeitig bitten wir vorzumerken, daß unsere nächste Veranstaltung im August geplant ist. Das Thema am Sonnabend, dem 10.8., 14:00 Uhr lautet: "Der Mauerfall und die Troika". Es geht um das viel diskutierte Buch von Markus Wolf, das vor 30 Jahren erschien.

Freitag, 31. Mai 2019

Mai-Termine erfüllt

Die für Mai angekündigten Veranstaltungen im Carwitzer Scheunenladen fanden alle statt.
● Bei der Wiedereröffnung der Ausstellung wurde auf neue Exponate aufmerksam gemacht. Es wurde vor allem an Len Beurton erinnert. (sh. unten)
● Am Geburtstag Ruth Werners wurden Blumen zur Gedenktafel am Weg zum Bohnenwerder gebracht. Der Applepie nach Ruth Werners Rezept schmeckte zum Kaffee ausgezeichnet, und die Erzählungen berührten viele Lebensbereiche dieser facettenreichen Persönlichkeit.
● Der Einladung zum Gespräch mit dem Studenten der Film – und Fernsehakademie Berlin und Mitbegründer des Ruth-Werner-Vereins Lucas Thiem war leider nur ein Jugendlicher unter 30 Jahren gefolgt. Da hat Lucas sich auf die etwas älteren Besucher sehr schnell eingestellt, hat die vielen Fragen und Meinungen in seine interessanten Ausführungen einbezogen und den 14 Teilnehmern kurzweilig kaum bekanntes Wissen vermittelt. Es war ein gelungener Nachmittag.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Zum 105. Geburtstag

Es war schön, dass zu Leon Charles Beurtons Andenken aus Anlass seines 105. Geburtstages Sohn Peter und Schwiegertochter Christa im Scheunenladen waren und authentisch erzählen konnten.
Len, von Geburt Engländer, war 1936 Spanienkämpfer im XI. Internationalen Bataillon, als Melder, Munitionsfahrer eingesetzt und von seinem Kommandeur wie folgt bewertet:
„Er erhielt die Hans-Beimler-Medaille, und internationale Solidarität war für ihn lebenslang handlungsbestimmend.“
In seinem 2. Leben ab 1944 war er Kundschafter der Roten Armee, Mitstreiter und Ehemann Ruth Werners, worüber vor allem in „Sonjas Rapport“ berichtet wird.
Dann als britischer Soldat in Westberlin stationiert, erlebte er für die Ehrung der gefallenen Rotarmisten am Denkmal im Tiergarten von einem sowjetischen General ein „Salud“, und von seinem britischen Kommandeur erhielt er Arrest.
Ab den 50er Jahren lebte er in der DDR in Berlin, war Mitarbeiter beim ADN und auch mit Carwitz eng verbunden. Über Eigenheiten dieser bescheidenen liebens werten Persönlichkeit erfuhren wir Neuigkeiten aus dem Familienleben, die ihn uns noch näher brachten. Und Sohn Peter zeigte eine Feldflasche als Erinnerung an das prägende Spanienerlebnis.

Sonntag, 21. April 2019

Unser Laden hat keine Ladenhüter

An der Jahresversammlung des Ruth-Werner-Vereins am 13. April 2019 haben 17 Mitglieder und ein Gast teilgenommen. In aufgeschlossener Atmosphäre wurde rege zum umfangreichen positiven und auch problemhaltigen Jahresbericht und zum übersichtlichen Finanzbericht Stellung genommen.
Den Aktiven wurde herzlicher Dank zuteil.
Der Vorstand wurde entlastet und einstimmig wiedergewählt. Er besteht also aus Anneliese Schröder, Ingrid Becker und Kerstin Heinrich.
Dem Arbeitsplan für die Saison wurde zugestimmt.
Nach dem Frühjahrsputz und Einräumen der im Winter ausgelagerten Bücher und anderen Ausstellungsstücke kann dann am Mittwoch, dem 1. Mai, um 14:00 Uhr die Ausstellung im Carwitzer Scheunenladen erneut eröffnet werden. Es werden bekannte, aber auch neue Exponate zum Leben und Werk der Kundschafterin und Schriftstellerin vorgestellt. Gäste sind sehr herzlich eingeladen. An diesem Tag wird auch des 105. Geburtstages Leon Beurtons gedacht, der Mitkämpfer und Ehemann Ruth Werners war.
Im Mai stehen dann gleich noch zwei öffentliche Veranstaltungen an:
Am Mittwoch, dem 15. Mai, geht es ab 14:00 Uhr bei der Geburtstagsfeier für Ruth Werner rund um den Applepie nach dem Rezept der Jubilarin.
Und am Sonnabend, dem 18. Mai, möchte zu ungewöhnlicher Zeit, nämlich um 16:00 Uhr, (nicht wie vorinformiert am 25. Mai!) das Gründungsmitglied des Vereins Lucas Thiem vor allem mit jungen Zuhörern ins Gespräch kommen. Er wird von seinem Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin „Zwischen Filmschule, Le Floid und Berlinale“ berichten.
Die dann folgenden Lesungen finden am 15.6., 7.7., 10, 8. und 28.9. im Scheunenladen statt. Die Themen werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Wie immer sind Ausstellung und Veranstaltungen für die Gäste kostenfrei; jedoch ist jede Spende sehr willkommen, trägt sie doch zur Sicherung der Vereinsarbeit bei.

Freitag, 5. April 2019

Landolf Scherzer war hier

Ununterbrochen gut 1,5 Stunden hielt er die Gäste in Atem, stehend, erzählend, hin und wieder lesend: Es waren berührende Geschichten aus dem Land im Umbruch, heiter, ernst. Sie machten deutlich, wie einfache kubanische Menschen Schwierigkeiten erfinderisch überwinden und bei allen problematischen Anforderungen kapitalistischer Marktwiirtschaft ihren Optimismus behalten und Zukunftswillen zugestalten suchen. Der Abend war ein Gewinn für die ca. 30 Teilnehmer, zu dem Kulturverein und Ruth-Werner-Verein gemeinsam eigeladen hatten. Den Dank brachten sie nicht nur mit Kuba-Rum und Feldberger Honig zum Ausdruck, sondern auch in herzlichen Gesprächen im Anschluß an die "Lesung"- Übigens waren fast alle der von Landolf Scherzer verfassten Bücher in einer kleinen Ausstellung zusammengetragen und illustrierten, dass die wahrheitsgetreue literarische Reportage zu einem Lebensmittel werden sollte, wie Günter Wallraff einmal meinte.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Landolf Scherzer kommt

Der Kulturverein Feldberger Land und der Ruth – Werner – Verein laden herzlich ein zu einer Lese- und Gesprächsrunde mit dem Journalisten und Schriftsteller aus Thüringen: Landolf Scherzer. Er ist ein Umtriebiger, den nicht nur Landschaften und Bauten interessieren, sondern vor allem die Menschen, die er befragt und mit denen er lebt.
Er hat z. B. mit Hochseefischern vor Labrador geschuftet und darüber 1983 eine spannende Reportage verfasst.
Er hat den „Ersten“ und „Letzten“ Kreissekretär der SED und den ehemaligen Bundeswehroffizier, der Landrat in Bad Salzungen wurde, in „Der Zweite“ begleitet. Dabei hat er kritische Einblicke in die inneren Probleme der DDR und der Wendezeit gewährt. Und er hat „Macht und Ohnmacht des Regierens“ in „Der Rote“ deutlich gemacht, als er Bodo Ramelow 100 Tage lang folgte.
Er war in Sibirien und im sowjetischen Orient unterwegs, war „Auf Hoffnungssuche an der Wolga“, in China und Griechenland, oft zu Fuß, interessiert, forschend, den Menschen verbunden. Auch hat er ein Jahr in Afrika gearbeitet.
Nun hat er mit „BUENOS DIAS, KUBA“ eine „Reise durch ein Land im Umbruch“ unternommen und berichtet faszinierend von vielen Begegnungen überraschender Art.
Über diesen erst voriges Jahr im Aufbau – Verlag erschienenen Band wird Landolf Scherzer mit uns reden und daraus lesen.
Er ist aber auch bereit, mir uns „querbeet“ zu diskutieren. Es kann ein interessanter Abend werden.
Landolf Scherzer ist 77 Jahre alt, welterfahren und begeisternd.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 13. März 2019, um 19 Uhr im Haus des Gastes in Feldberg statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.