Freitag, 5. April 2019

Landolf Scherzer war hier

Ununterbrochen gut 1,5 Stunden hielt er die Gäste in Atem, stehend, erzählend, hin und wieder lesend: Es waren berührende Geschichten aus dem Land im Umbruch, heiter, ernst. Sie machten deutlich, wie einfache kubanische Menschen Schwierigkeiten erfinderisch überwinden und bei allen problematischen Anforderungen kapitalistischer Marktwiirtschaft ihren Optimismus behalten und Zukunftswillen zugestalten suchen. Der Abend war ein Gewinn für die ca. 30 Teilnehmer, zu dem Kulturverein und Ruth-Werner-Verein gemeinsam eigeladen hatten. Den Dank brachten sie nicht nur mit Kuba-Rum und Feldberger Honig zum Ausdruck, sondern auch in herzlichen Gesprächen im Anschluß an die "Lesung"- Übigens waren fast alle der von Landolf Scherzer verfassten Bücher in einer kleinen Ausstellung zusammengetragen und illustrierten, dass die wahrheitsgetreue literarische Reportage zu einem Lebensmittel werden sollte, wie Günter Wallraff einmal meinte.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Landolf Scherzer kommt

Der Kulturverein Feldberger Land und der Ruth – Werner – Verein laden herzlich ein zu einer Lese- und Gesprächsrunde mit dem Journalisten und Schriftsteller aus Thüringen: Landolf Scherzer. Er ist ein Umtriebiger, den nicht nur Landschaften und Bauten interessieren, sondern vor allem die Menschen, die er befragt und mit denen er lebt.
Er hat z. B. mit Hochseefischern vor Labrador geschuftet und darüber 1983 eine spannende Reportage verfasst.
Er hat den „Ersten“ und „Letzten“ Kreissekretär der SED und den ehemaligen Bundeswehroffizier, der Landrat in Bad Salzungen wurde, in „Der Zweite“ begleitet. Dabei hat er kritische Einblicke in die inneren Probleme der DDR und der Wendezeit gewährt. Und er hat „Macht und Ohnmacht des Regierens“ in „Der Rote“ deutlich gemacht, als er Bodo Ramelow 100 Tage lang folgte.
Er war in Sibirien und im sowjetischen Orient unterwegs, war „Auf Hoffnungssuche an der Wolga“, in China und Griechenland, oft zu Fuß, interessiert, forschend, den Menschen verbunden. Auch hat er ein Jahr in Afrika gearbeitet.
Nun hat er mit „BUENOS DIAS, KUBA“ eine „Reise durch ein Land im Umbruch“ unternommen und berichtet faszinierend von vielen Begegnungen überraschender Art.
Über diesen erst voriges Jahr im Aufbau – Verlag erschienenen Band wird Landolf Scherzer mit uns reden und daraus lesen.
Er ist aber auch bereit, mir uns „querbeet“ zu diskutieren. Es kann ein interessanter Abend werden.
Landolf Scherzer ist 77 Jahre alt, welterfahren und begeisternd.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 13. März 2019, um 19 Uhr im Haus des Gastes in Feldberg statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Saisonabschluss 2018

Traditionell lud die Vereinsvorsitzende – trotz gesundheitlicher Probleme – die Betreuer der Carwitzer Ausstellung zu einer Zusammenkunft ein. Eine Marzipantorte mit der Aufschrift „Danke“ gab den Grund an. In freundlichem herbstlichen Rahmen dankte Annie Schröder für den unermüdlichen Einsatz aller vier Frauen und vier Männer zur Absicherung der jeweils 20 Wochenstunden an 6 Tagen bei nur einem einzigen Ausfall im Scheunenladen (Blumenpflege und Reinigung noch gar nicht mitgerechnet, auch nicht die Mitwirkung bei Veranstaltungen).
Eine kurze Bilanz ergab, dass an Besuchern der Ausstellung und der Veranstaltungen weitaus mehr gezählt werden konnten als in den Vorjahren, nämlich insgesamt 1.175 Personen – leider nur wenige Jugendliche. Das Interesse der meisten Teilnehmer war sehr groß, und es gab viel Lob für die Aktiven. Der Zuwachs an Exponaten erfreute Vereinsmitglieder und Gäste, besonders das Verzeichnis über den Nachlass Ruth Werners sowie Broschüren und Bücher, in denen ihre Lebensgeschichte erzählt wird.
Die inhaltliche Auswertung wird im Winterhalbjahr folgen, was auch die Verarbeitung der wenigen kritischen Hinweise betrifft. Ein besonderes Dankeschön erhielt Peter Beurton, der die Ausstellung nicht nur begleitete und ergänzte, sondern den Verein und viele Gäste in mehrfacher Weise bereicherte.
Der Vereinsvorsitzenden galten große Anerkennung und gute Wünsche für baldige und nachhaltige Genesung.

Montag, 1. Oktober 2018

Saisonausklang bei Ruth Werner

Nach erfreulicher Besucherresonanz in der Saison und nochmals im September zwei Bussen voller Interessenten aus Berlin fand die letzte Veranstaltung dieses Jahres im Carwitzer Scheunenladen am vergangenen Sonnabend statt.
Beim Thema „Frauen im antifaschistischen Widerstand“ waren 25 Personen anwesend, die die Aktualität der Lesung betonten. Mit einem Büchertisch wurde auf die Verschiedenartigkeit der Motive und der Methoden des kampfes aufmerksam gemacht. So wurden Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten geehrt. Es wurde mit Hilfe literarischer Werke Minna Ewerts, Freundin Olga Benarios, gedacht, aber auch Lili Schlesingers, eines Mädchens „aus gutem Hause“, der Humanistin Marion Gräfin Dönhoff sowie Lina Haags, einer Überlebenden, die „Eine Handvoll Staub“ verfasste.
30 Jahre nach ihrem berührenden Liebesbrief an ihren Mann, den jüngsten württembergischen Landtagsabgeordneten, den sie aus dem KZ Mauthausen befreien konnte, schrieb sie 1977: „Man muss immer wieder gegen die Vorurteile der Menschen kämpfen, gegen eine schon wieder sich abzeichnende massiv brutale, aber geschickte Intoleranz, gegen die drohende Rechtsgefahr.“ Wie wahr auch 2018!
Für das nächste Jahr ist die Fortsetzung der Thematik zur Würdigung von Frauen angedacht, die das bessere Deutschland verkörperten.
Der Nachmittag klang aus bei lockeren Gesprächen mit Kaffee und Kuchen und einer Glosse zu einem Verbesserungsvorschlag, den Ruth Werner in der DDR gemacht hatte und auf den Sohn Peter Beurton verwies.

Freitag, 31. August 2018

Veranstaltungen im August

Die für August angekündigten Veranstaltungen im Carwitzer Scheunenladen fanden statt. Die Zuhörer beim Thema „Kinderbücher für Erwachsene“ – es waren leider nur wenige – waren angetan von Büchern, in denen regionale Stoffe, Autoren und Illustratoren vorgestellt wurden und die auch Ruth Werner gefallen hätten. Dabei wurde an Kinderbücher angeknüpft, die im Vorjahr im Mittelpunkt gestanden hatten. Im Gespräch wurde die Rolle der Eltern für die Ausbildung von Leseinteresse und Lesefertigkeit unterstrichen und darauf verwiesen, wie die Beziehungen der ganzen Familie durch Lesen und Vorlesen zu Menschen und Umwelt bereichert werden können.
Die gut besuchte Stunde zu „Rudolf Hamburger in Brigitte Reimanns Roman "Franziska Linkerhand" setzte die Thematik der Juli-Runde fort. Damals hatte Ruth Werners ältester Sohn Michael Hamburger über das Leben seines Vaters Rudolf Hamburger erzählt und vor allem seinen Bericht über „10 Jahre Lager – Ein deutscher Kommunist im sowjetischen Gulag“ einbezogen. In der DDR war dann Rudolf Hamburger wieder in seinem Beruf tätig und beim Aufbau der Stadt Hoyerswerda wirksam. Er war Vorbild der literarischen Gestalt des Chefarchitekten Landauer in der Auseinandersetzung mit Problemen der sozialistischen Gesellschaftsgestaltung der 60er Jahre. Das war spannende Lektüre.
Gleichzeitig wurde des 85. Geburtstages der leider so jung verstorbenen aufrichtigen, streitbaren, lebensbejahenden, talentierten Schriftstellerin Brigitte Reimann gedacht und zu erneutem Lesen angeregt. Die Aussprache war lebhaft, auch durch die Gedanken des jüngsten Sohnes von Ruth Werner, Peter Beurton, bereichert.
Für den Monat September ist die letzte Veranstaltung des Ruth-Werner-Vereins in diesem Jahr der Saisonabschluss mit dem Gedenktisch zu „Frauen im antifaschistischen Widerstand“ geplant. Dazu laden wir herzlich zum Sonnabend, dem 29. September 2018, 14 Uhr in den Carwitzer Scheunenladen ein.

Mittwoch, 11. Juli 2018

Blumenstrauß und Buchlesung

Der 7. Juli 2018 war der 18. Todestag von Ruth Werner und der 8. Geburtstag unseres Vereins.

Ein bunter Blumenstrauß wurde von Vereinsmitgliedern zu der vom Feldberger Ortsrat am Carwitzer Weg zum Bohnenwerder für Ruth Werner aufgestellten Gedenktafel gebracht.

Im Ausstellungsraum des Vereins, dem Carwitzer Scheunenladen, reichten selbst die Reservestühle nicht aus, so dass einige Besucher sogar einen Platz auf dem Fußboden einnahmen. Spannende zwei Stunden folgten. Beide Söhne Ruth Werners waren Gestalter dieses Nachmittags und auskunftsbereite Gesprächspartner der Teilnehmer.

Der älteste Sohn, Michael Hamburger, gewährte Einblick in das Leben seines Vaters, des ersten Ehemanns seiner Mutter. Er schilderte offen und warmherzig den komplizierten, kaum fassbaren Weg des jungen Architekten Rudolf Hamburger von Berlin nach Shanghai in berufliche Karriere, über Kundschaftertätigkeit für die sowjetische Militäraufklärung in lange Jahre Sibirien und späteres Wirken als Architekt in der DDR mit vielen Problemen.

Aus dem von Michael Hamburger 2013 veröffentlichten Bericht mit dem Titel „Zehn Jahre Lager. Als deutscher Kommunist im sowjetischen Gulag“ wurden erschütternde Abschnitte gelesen, die die Zuhörer ergriffen. Mit Erstaunen und Genugtuung äußerten sich anschließend einige, dass das Grundvertrauen dieses gedemütigten und erniedrigten Menschen in eine sozialistische Gesellschaft nicht erschüttert wurde und er sich dem Aufbau in der DDR verschrieb, allerdings mit zunehmender kritischer Haltung.

Die Veranstaltung war die Würdigung einer eindrucksvollen starken Persönlichkeit durch authentische Darstellung. Sie lässt nachdenken über Geschichte und menschliches Verhalten auch unter widrigen gesellschaftlichen Bedingungen.

Herzlicher Dank galt vor allem Michael Hamburger, aber auch Peter Beurton und den anderen Mitgestaltern der Zusammenkunft.

Am Sonnabend, dem 25. August, wird im Scheunenladen eine Fortsetzung der Thematik stattfinden unter der Überschrift: Rudolf Hamburger in Brigitte Reimanns Roman „Franziska Linkerhand“, wozu der Verein schon heute einlädt.

Donnerstag, 21. Juni 2018

92. Geburtstag Hermann Kant

Mitglieder des Ruth-Werner-Vereins waren am 14.6. in Prälank. Sie haben Hermann Kant rote Nelken ans Grab mit dem schlichten Stein gestellt. Irmtraut Gutschke, die mit Senioren per Bus aus Berlin gekommen war, vermittelte durch persönliche Erinnerungen an seinem 92. Geburtstag würdigende Gedanken an den bedeutenden Schriftsteller. Viele der Senioren hatten Blumen mitgebracht.
Ingrid Becker