Montag, 9. Oktober 2017

Saisonausklang 2017

Am Sonnabend, dem 30. September, fand die für dieses Jahr letzte Veranstaltung im Carwitzer Scheunenladen statt, die nochmals gut besucht war.

Im Mittelpunkt stand Ruth Werners Publizistik. Interessante Informationen gab es zu drei Werbe – Broschüren, die Anfang der 50er Jahre von der Kammer für Außenhandel der DDR herausgegeben wurden. Der Verein besitzt seit diesem Jahr zwei davon: „Der Anfang“ und „Immer unterwegs“. Die lebendigen Texte stammten von Ursula Beurton und wurdenauch unter diesem Namen veröffentlicht. Sie  wurden in den Band „Gedanken auf dem Fahrrad“ übernommen, aus dem nicht nur die Titelgeschichte zu Gehör gebracht wurde, sondern auch „Mein Freund Todor“. Aktuelle Bezüge waren auffällig und anregend.

„Eine Schale voller Wunder“ leitete über zum diesjährigen Gedenktisch unter dem Motto: Ruth Werner und ihre Freunde. Die langjährige Verbindung mit Natascha, einer sowjetischen Kriegsveteranin, die am gleichen Tag wie Ruth Werner Geburtstag hatte, war berührend und wurde von Peter Beurton mit persönlichen Erlebnissen kommentiert.

Über viele Freunde hat der Verein bereits berichtet, aber z. B. der Nachbar Hans Schaul, Spanienkämpfer, Jude, Journalist und der Herausgeber der „Auskünfte über Ruth Werner“, Joachim Sagasser, oder Willi Kling und Walter Hollitzscher wurden durch den Sohn der Geehrten vorgestellt. Damit wurde auch die Sicht auf die facettenreiche Persönlichkeit Ruth Werners ergänzt.

Kaffee, selbstgebackener Kuchen und Schmalzstullen waren leckere Zugaben zu den Gesprächen. Und der Bericht Peter Beurtons über ein neues in England herausgegebenes Buch mit einem Kapitel über seine Mutter erfreute die Teilnehmer.

Auch dieser Nachmittag bereicherte Vereinsmitglieder und Gäste und gab Vorfreude auf die nächste Saison.

Dienstag, 29. August 2017

Die Sommersaison geht zu Ende

Bei unserer Lese- und Gesprächsrunde am 26.8. im Carwitzer Scheunenladen sandten wir freundliche Genesungswünsche an Eberhard Panitz und lasen aus Zeitungen von 1977 bis 2000 Texte zu Leben und Werk Ruth Werners.

Leider konnten wir ja Hermann Kant nur rückblickend gedanklich nahe sein, aber auch seiner Würdigung Ruth Werners wurde mit Respekt, Zuneigung und großem Beifall zugehört.

Beide Freunde und Kollegen hatten auf der Trauerfeier für die Kundschafterin und Schriftstellerin gesprochen.

In aufgeschlossener Atmosphäre wurden Gedanken ausgetauscht, die die Aktualität des Lebenswerkes dieser außergewöhnlichen Frau hervorhoben. Persönliche Erinnerungen brachte Sohn Peter Beurton mit ein.

Die Arbeit des Vereins wurde dadurch bestätigt, dass zwei neue Mitglieder gewonnen wurden. Auch fand die Filmvorführung zu „Sonjas Rapport“ im „Juri“ Anklang, und es wurde angeregt, die Vorstellung zu wiederholen.

Zum Saisonausklang wird am Sonnabend, dem 30. September, um 14:00 Uhr wieder im Carwitzer Scheunenladen mit Ruth Werners Publizistik vertraut gemacht. Dafür wird ein Gedenktisch – Ruth Werner und ihre Freunde - vorbereitet.

Wir laden herzlich dazu ein.

i. A. I. Becker

Dienstag, 15. August 2017

Der Film zum Buch / Vorführung in Feldberg

Der Ruth-Werner-Verein lädt herzlich zum Filmbesuch ein: Am Sonnabend, dem 19.August 2017, wird um 18:00 Uhr im „Juri“ in Feldberg auf dem Amtswerder der Film „Sonjas Rapport“ vorgeführt. Er wurde von der DEFA 1982 gedreht. Bedeutende Schauspieler wie Jutta Wachowiak und Rolf Hoppe gestalten Szenen aus dem Leben der Kundschafterin Sonja.

Mit dem Buch Ruth Werners, das in viele Sprachen übersetzt wurde und in sehr vielen Auflagen ab 1977 erschien, haben wir in unserer Lesung im Juni bekannt gemacht und manchen Interessenten angeregt zum Nachdenken über den Sinn des Lebens.

Vielleicht ist der Raum wieder so voll besetzt wie bei der Lesung im Haus des Gastes wie übrigens auch bei der Veranstaltung zu „Damals bei ihr zu Haus“ am 8. Juli im Scheunenladen. Wir freuen uns über viele Freunde und Neugierige. Sicher wird auch hier Gelegenheit für weitere interessante Aussprachen sein.

Sonntag, 18. Juni 2017

Lesung in Feldberg voller Erfolg

Am 16. Juni 2017 waren trotz mehrerer gleichzeitiger Veranstaltungen in Feldberg, Wittenhagen und Carwitz 24 Besucher im Haus des Gastes. Interessierte aus nah und fern, Mitglieder des Kunstvereins und des Ruth-Werner-Vereins folgten als sehr aufmerksame Zuhörer den ausdrucksvoll Lesenden, Gerlinde Hopp und Ingrid Becker. Fragen und zustimmende Meinungen zum Buch, zur Aktualität des literarischen Werkes und der Persönlichkeit Ruth Werners wurden in aufgeschlossener Atmosphäre geäußert. Zeitzeugenmaterial, ein historisches Plakat, ein Bild, ein Getränk und Blumen rundeten den Eindruck ab wie auch die musikalische Begleitung durch Martin Krüger.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Notiz zu Veranstaltung am 8. Juli

Am Sonnabend, den 8. Juli, um 14:00 Uhr lesen wir aus Ruth Werners Text "Damals bei ihr zu Haus", wozu wir herzlich einladen. Im Carwitzer Scheunenladen lässt ein Besuch der Autorin bei Falladas Suse, also Anna Ditzen, im Carwitzer Garten am Haus die bedeutenden Frauen lebendig werden. Anna Ditzen hatte anläßlich des 90. Geburtstages von Fallada noch einmal Freunde zu Gast, auch wenn sie damals schon in Feldberg wohnte. Es ist eine Zeitreise. Die Geschichte ist in der Broschüre "Carwitzer Notizen" 1985 veröffentlicht worden.

An diesem 8. Juli wird auch das Video des NDR von 2014 über Ruth Werner gezeigt, da am Vortag des Todestages der Schriftstellerin gedacht wird.

Ingrid Becker

Dienstag, 16. Mai 2017

110 Jahre Ruth Werner



Der Scheunensaal im gastfreundlichen Hans-Fallada- Museum fasste die 92 Besucher kaum am Vortage des 110. Geburtstages von Ruth Werner: Vom Carwitzer Verein wie auch vom Berliner Freundeskreis waren Mitglieder, Freunde und Interessenten gekommen, um gemeinsam mit Sohn Peter und Frau an die Genossin, Schriftstellerin und Kundschafterin Ruth Werner zu erinnern. Der Musik der 20er und 30er Jahre, die sie mochte, folgte die Begrüßung durch die Vereinsvorsitzende Frau Schröder. Worte der herzlichen Würdigung der Frau, die diesen Landstrich und seine Menschen liebte und sich für ein friedvolles Zusammenleben hier einsetzte sprach die Bürgermeisterin der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft, Frau Lindheimer, und freute sich über die ehrenamtliche Arbeit, die hier geleistet wird. Da der Freund und Schriftstellerkollege Eberhard Panitz aus gesundheitlichen Gründen leider nicht teilnehmen konnte – gute Genesungswünsche galten ihm – wurde der Text verlesen, den er zu ihrem 93. Geburtstag geschrieben hatte: „Morgendlicher Besuch“. Es war ein Charakterbild ihrer Persönlichkeit. Die CD mit dem Song „Wenn die Sonja russisch tanzt“ machte aufmerksam auf die Kundschafterin der sowjetischen militärischen Aufklärung (von 1930 bis 1950) und kündigte den Vortrag des Literaturprofessors Dr. Carsten Gansel an. Seine ungewöhnliche Art des Herangehens an das Buch der ICH-Erzählerin, „Sonjas Rapport“ wissenschaftlich aufbereitet, wies auf Zusammenhänge hin, die den politischen Standort der Rapportierenden aus dem eigenen Erleben heraus bedeutsam machten. Im Vergleich zu Darstellungen z. B. Hans Gerlachs wurde hervorgehoben, dass er berichtete, was er im Krieg Grausiges erlebte, Ruth Werner aber eben diesen Krieg durch ihre mutigen Taten hatte verhindern wollen. Ausgewähltes Bildmaterial untermauerte die Aussagen emotional aufrüttelnd. Ihre Werke wurden als bedeutender Teil des antifaschistischen Kampfes eingeordnet. Ben Beckers Vortrag „Meinst du, die Russen wollen Krieg?“ von der Leinwand herab war ein gelungener Übergang zum Lied auf Deutsch und Russisch „Immer lebe die Sonne......“ Der auch zeitlich sehr anspruchsvolle Vortrag des Professors – unterstützt von Text und Bild auf der Projektionsfläche – gab viele Anstöße zum Nachdenken und Diskutieren. Dazu werden auch spätere Zusammenkünfte genutzt. Es war keine einfache Laudatio, aber eine Würdigung besonderer Art. Dabei wird uns auch der Hinweis auffordern zu überlegen, wie heute mit dem Abstand von einem ¾-Jahrhundert besonders jungen Menschen das politische und literarische Erbe vermittelt werden sollte. Mehrere Teilnehmer unterhielten sich bei einem Glas Sekt (auch alkoholfrei) nachher noch über unterschiedliche Meinungen zum Vortrag oder aber gemeinsame Erlebnisse mit Ruth Werner und dankten den Veranstaltern für den interessanten Nachmittag.

Gestern, am 15. Mai, also am Geburtstag, nahm auch ein Carwitzer Vereinsmitglied an der Ehrung mit 110 Blumen auf dem Berliner Friedhof im Baumschulenweg teil. Dort sprach eindrucksvoll Hans Erxleben. An der Carwitzer Tafel am Weg zum Bohnenwerder war bereits am Sonntag reicher Blumenschmuck zu sehen. Weitere Veranstaltungen im Gedenkjahr folgen.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Der Scheunenladen hat geöffnet

Nach Frühjahrsputz und Einräumen ist der Scheunenladen in der Carwitzer Straße jetzt wieder bis Ende September geöffnet (Dienstag bis Sonntag von 14-16 Uhr).

Am 1. Mai kamen Vereinsmitglieder und Gäste – mit dabei der jüngste Sohn Ruth Werners – zusammen, um an ihr Erstlingswerk zu erinnern. Es wurde vor 60 Jahren veröffentlicht: „ Ein ungewöhnliches Mädchen“.
Zunächst wurde Rudolf Hamburger zitiert, der erste Ehemann der Schriftstellerin, der „Toni“, so nennt er die Freundin, charakterisierte. Darauf bezogen sich die Textstellen des Romans. Die Feiern zum 1 Mai 1924 und zum Jahrestag der Oktoberrevolution zeigten das ungewöhnliche Mädchen aus bürgerlichem Hause in einer Gruppe des Kommunistischen Jugendverbandes aktiv, humorvoll, ideenreich, kommmunikativ, facettenreich, auch im Verhältnis zu seiner Mutter. Aktuelle Bezüge boten sich an. Eingeblendet wurde Ruth Werners öffentliches Auftreten 1989, als sie von Mut und Optimismus sprach. Eine Würdigung des Buches von Christa Wolf 1959 schloß die Darstellungen ab.
In geselliger Runde wurde dann wie alljährlich bei Wiedereröffnung der Ausstellung auf bisher Unbekanntes aufmerksam gemacht. So wurde z. B. ein Geschenk Peter Beurtons an den Verein vorgestellt, eine brandneue Ausgabe eines englischen Buches über die Familie Kuczynski. Es gab eine Werbebroschüre zu sehen, die noch unter dem Namen Ursula Beurton veröffentlicht wurde, als sie in der Kammer für Außenhandel tätig war. Es wurde auf die Schenkung einer Berlinerin verwiesen, die sich von „Olga Benario“, mit handschriftlichen Grüßen von Luis Carlos Prestes und Unterschriften von Ruth und Len ausgestattet, getrennt hatte.

Allen Spendern gilt herzlicher Dank.

Trotz des kalten Raumes war eine warme Atmosphäre entstanden.
Ingrid Becker